Für Kiel

Kiel

Basisdaten:

Kreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 118,6 km²
Einwohner: 235.366 (2006)
Handwerksbetriebe: 2481 (2008)
Niedergelassene Ärzte: 729 (2008)


Quellen: Statistikamt Nord und GelbeSeiten

Die riesigen Portalkräne auf der Werft am Ende der 17 Kilometer langen Förde prägen nach wie vor das Stadtbild. Aber das wirtschaftliche Leben der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt hat seinen Schwerpunkt nicht mehr allein im Schiffsbau, der Ende des vergangenen Jahrhunderts zusammen mit der Marine Kiel zur Großstadt machte.

Die rund 240.000 Kielerinnen und Kieler leben und arbeiten heute in der Bildungs- und Dienstleistungsmetropole des nördlichsten Bundeslandes. Fast drei Viertel aller Beschäftigten sind in diesem Bereich tätig. Kiel ist außerdem Bankenplatz. Als Sitz der Landesregierung hat die öffentliche Verwaltung eine besondere Bedeutung. Verschiedene Bundesbehörden, die Verwaltungszentralen von Organisationen und Dienstleistungsunternehmen sowie Hochschulen sind hier angesiedelt.

Die Landeshauptstadt bietet eine vielseitige Kulturszene, attraktive Einkaufsmöglichkeiten und Unterhaltung von Kino bis Casino. Mit dem reizvollen Umland samt den Badeorten an der Förde besitzt die Stadt auch viel natürlichen Freizeitwert.


Die wichtigste Rolle in Kiel spielt- wie schon vor einem dreiviertel Jahrtausend- das Wasser. Des Wassers wegen ließ der schauenburgische Graf Adolf IV. um 1233 auf der Halbinsel eines Fördearms-dem heutigen "Kleinen Kiel"-seine "Holstenstadt tom Kyle" anlegen. 1242 erhielt sie die Stadtrechte. Der sturmsichere, natürliche Tiefwasserhafen sollte zum Stützpunkt im Ostseehafen werden. Aber trotz einer über 200 Jahre dauernden Mitgliedschaft in der Hanse vom Ende des 13. Jahrhunderts an blieb die Fördestadt lange Zeit nur ein regionales Zentrum.

1871 wurde Kiel zum Reichskriegshafen erklärt. Der Marine folgten schnell die Werften. Binnen weniger Jahrzehnte wuchs Kiel zur Großstadt. Bereits um 1900 hatte Kiel mehr als 100.000 Einwohner. Bis 1918 sollte die Bevölkerung auf 300.000 anwachsen, danach wieder radikal sinken. Kaum eine andere deutsche Großstadt hatte solche Bevölkerungsschwankungen zu verzeichnen wie Kiel.


Am Ende des Ersten Weltkrieges ging vom Kieler Matrosenaufstand von 1918 das Signal zur Revolution in Deutschland aus, die zum Ende des Kaiserreiches und zur ersten deutschen Demokratie, der Weimarer Republik, führte. Kiel litt stark unter den Kriegsfolgen, darunter der weitgehende Abbau der Marine. Die Wirtschaft brach fast vollständig zusammen. Die spätere Hochrüstung unter dem nationalsozialistischen Regime brachte eine wieder sehr einseitige Ausrichtung der Stadt auf militärische Produktion. Als großer Militär- und Rüstungsstandort war Kiel im Zweitem Weltkrieg Hauptangriffsziel der alliierten Bomber.

Nach über 90 Bombenangriffen lag Kiel zu fast 80 Prozent in Schutt und Asche. Unter britischer Besatzung wurde Kiel 1948 Hauptstadt des neuen, eigenständigen Landes Schleswig-Holstein. Die Bevölkerung, darunter sehr viele Flüchtlinge baute ihre Stadt fast völlig neu auf; nach damals modernen Maßstäben. So entstand schon 1957 die Einkaufsstraße Holstenstraße, eine der ersten Fußgängerzonen in der Bundesrepublik.

Durch regelmäßige Fähr- und Frachtlinien in Städte rund um die Ostsee gewinnt der Kieler Hafen wachsende Bedeutung in der boomenden Ostseeregion. Für noch mehr Betrieb auf der Förde sorgen die Schiffe, die bei Kiel-Holtenau die Schleusen der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraßen der Welt ansteuern, des Nord-Ostsee-Kanals. Seeleute auf allen Sieben Meeren kennen ihn als "Kiel Canal". Außerdem ist die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt der größte Passagierhafen der Bundesrepublik. Die großen Fähren aus dem norwegischen Oslo oder dem schwedischen Göteborg machen täglich im Herzen der Stadt fest. Der "Hafen mit Innenstadt" ist zudem Ausgangsstation für viele Kreuzfahrer.     


Die Kieler Woche zieht jedes Jahr in der letzten vollen Juniwoche die Blicke der Segelwelt auf die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt. Einst aus einer Regatta im Jahr 1882 hervorgegangen, ist die Kieler Woche heute mit rund 2000 Booten und mehr als 5.000 Aktiven das größte Segelsportereignis der Welt. Sehr gute Bedingungen auf dem Wasser und eine hervorragende Organisation an Land haben Kiel den Ruf als "Wimbledon des Segelns" eingebracht. Nicht zuletzt wegen dieser idealen Voraussetzungen konnte Kiel im Jahre 1972 zum zweiten Mal nach 1936 die Olympischen Segelwettbewerbe ausrichten.   

Doch die Kieler Woche ist mehr. Sie ist zugleich das größte Sommerfest Nordeuropas und ein gesellschaftspolitisches Forum mit Gästen aus aller Welt. Während auf Straßen und Plätzen friedliche Feste gefeiert werden und sich Experten zu Fachtagungen zusammensetzen, locken die Stadtgalerie im Kulturviertel, Stadt- und Schifffahrtsmuseum mit besonderen Ausstellungen, die Bühnen der Landeshauptstadt mit Aufführungen in ihre Häuser.

Quellen für Text und Bild: kiel-magazin.de

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